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Das soll ein fotografisches Bild sein?
Mit dieser Frage beginnt das erste Video der Staffel „Von der Fotografie zum abstrakten Bild“ und diese Frage stellt sich wohl jeder, der die Bilder von René Schrei zum ersten mal sieht.


Diese Bilder sind das gegenwärtige Ergebnis auf eine fotografischen Weg, der sich über mehr als dreißig Jahren konsequent mit der Farbe und Form in der Fotografie auseinander setzt. Ein Weg, der sich an der Malerei der klassischen Moderne orientiert und letztlich ist es nur konsequent, dass nun Bilder entstehen, die in abstrakter Weise auf Farbe und Form reduziert sind.

 

Doch nicht nur inhaltlich sind die Bilder von René Schrei grundlegend anders, denn seine Sichtweisen und technischen Fertigkeiten haben sich außerhalb der traditionellen Strukturen des Kunstbetriebes  entwickelt.

 

Ein Maler, Bildhauer oder Kunsthandwerker kann immer nur ein Kunstwerk nach dem anderen fertigen. Bei der digitalen Fotografie erfolgt dieser Prozess zu einem "begreifbaren" Bild jedoch in zwei verschiedenen Welten. Der bildnerische, künstlerische Prozess findet in einer virtuellen, digitalen Welt statt. Am Ende des künstlerischen Prozesses steht eine digitale Datei - kein begreifbares Produkt.

 

im digitalen Zeitalter ist die letztlich künstlerisch bearbeitete Datei, das "digital artwork", das fotografische Original . Jedes Bild das von diesem Original hergestellt wird ist eine Reproduktion.


Diese Definition eines Originals für digitale Fotografie, stellt den Wert eines limitierten fotografischen Kunstbildes elementar in Frage. Das digitale Original orientiert sich nicht mehr an der Malerei oder der Druckgrafik, es definiert sich durch seinen Inhalt.

Nicht mehr das exklusive, begreifbare Bild ist wertvoll. Sondern der Bildinhalt, die eigenständig künstlerische Aussage.

Dieser Bildinhalt wird nun nicht wie bei der Malerei in einem einzelnen Bild fixiert, sondern das "digital artwork" bildet die Basis für Reproduktionen.

 

In ähnlicher Weise wie dies auch beim Buchdruck geschehen ist. Die massenhafte Reproduktion eines gedanklichen Inhaltes durch den Buchdruck konnte sich in einer künstlerischen Schreibwerkstatt nicht entwickeln. Dazu brauchte es, für die damalige Zeit sehr fortschrittliche Technik.

 

In der Fotografie stehen wir am gleichen Punkt. Das fotografische Instrument, die Kamera, steht nicht mehr im Zentrum. Die fotografischen Aufnahme bildet praktisch nur die Wurzeln, auf die eine komplexe digitale Bildbearbeitung folgt.

 

Doch erst die Reproduktion auf verschiedenste Materialien mittels digital gesteuerter Maschinen, eröffnet künstlerisch, bildlichen Inhalten einen unendlichen Kosmos neuer Möglichkeiten.